Apple Wallet und Google Wallet speichern beide Zahlungskarten, Tickets und Pässe auf deinem Smartphone. Sie laufen jedoch auf unterschiedlichen Plattformen und gehen unterschiedlich mit Pässen um. Wenn du zwischen iPhone und Android wählst, das Gerät wechselst oder wissen möchtest, warum sich eine Karte nur auf einem davon nicht hinzufügen lässt, findest du hier einen ehrlichen Vergleich Funktion für Funktion.
Keine der Apps ist objektiv besser. Beide funktionieren in ihrem jeweiligen Ökosystem hervorragend. Die tatsächlichen Unterschiede liegen darin, wie offen sie beim Hinzufügen eigener Karten sind, wie sie digitale Ausweise und Autoschlüssel unterstützen und was beim Gerätewechsel mit deinen Pässen passiert.
Welche App läuft wo?
Der erste Unterschied ist der grundlegendste: Es sind keine plattformübergreifenden Apps. Keine der beiden läuft auf dem jeweils anderen Betriebssystem.
Apple Wallet
Auf iPhone und Apple Watch integriert. Es gibt weder eine Webversion noch eine Android-App. Pässe nutzen das .pkpass-Format.
Google Wallet
Läuft auf Android-Smartphones und Wear OS. Eine begleitende Website unter wallet.google.com zeigt einige Pässe an. Pässe nutzen das eigene JSON-Format von Google.
Was beide gut können
Bei den Kernfunktionen liegen die beiden Plattformen nah beieinander. Beide erledigen die Dinge, die die meisten Menschen täglich brauchen.
Kontaktlos bezahlen
Beide nutzen NFC für kontaktlose Zahlungen mit Karten der meisten großen Banken, geschützt durch Face ID, Touch ID, Fingerabdruck oder PIN.
Boardingpässe und Nahverkehr
Boardingpässe von Fluggesellschaften, Bahn- und U-Bahn-Karten sowie Fahrkarten funktionieren auf beiden Plattformen. In unterstützten Städten kannst du damit beim Einsteigen kontaktlos bezahlen.
Tickets und Bonusprogramme
Veranstaltungstickets und viele Kundenprogramme werden von beiden unterstützt, wenn der Anbieter einen digitalen Pass bereitstellt.
Digitale Autoschlüssel
Beide unterstützen Autoschlüssel für kompatible Modelle von Marken wie BMW, Mercedes-Benz, Hyundai und Kia. Die Unterstützung hängt vom Modell ab, nicht von der gesamten Marke.
Der größte Unterschied: eigene Karten hinzufügen
Hier unterscheiden sich die Plattformen tatsächlich. Google Wallet hat einen Pass-Ersteller für Alles andere, der seit 2024 breit verfügbar ist. Damit kannst du fast jede Karte oder jeden Barcode fotografieren und daraus einen digitalen Pass erstellen. Auf Android fügst du so Fitness-, Bibliotheks- oder Kundenkarten kleiner Geschäfte mit wenigen Fingertipps selbst hinzu.
Apple Wallet hat bis einschließlich iOS 26 keine eigene Funktion, um beliebige Kunden- oder Mitgliedskarten hinzuzufügen. Native Pässe müssen vom Anbieter als .pkpass-Datei oder über eine Schaltfläche „Zu Apple Wallet hinzufügen“ in einer App, E-Mail oder Website bereitgestellt werden. Bietet ein Geschäft oder Fitnessstudio das nicht an, lässt sich die Karte nicht direkt in Wallet ablegen.
Diese Lücke soll sich schließen: Apple hat einen nativen „Pass erstellen“-Scanner für eine künftige iOS-Version vorgestellt, der voraussichtlich später 2026 erscheint. Damit können iPhone-Nutzer einen Barcode scannen und ohne Drittanbieter-App einen Wallet-Pass erstellen. Bis dahin hilft ein spezialisiertes Tool.
Dafür gibt es NeatPass, eine reine iPhone-App. Sie scannt eine physische Karte, ein Foto, PDF oder einen Screenshot mit einem KI-Modell direkt auf dem Gerät und erstellt daraus einen echten Apple-Wallet-Pass. Damit erhalten iPhone-Nutzer schon heute, was der allgemeine Ersteller von Google Wallet auf Android bietet. NeatPass liest 18 Barcodeformate und bietet sechs Importmöglichkeiten für Karten, bevor es den fertigen Pass an Apple Wallet. NeatPass ist für den ersten Pass kostenlos. Mit einem einmaligen Kauf für 4,99 € schaltest du unbegrenzt viele Pässe frei, ohne Abo.
Füge Karten hinzu, die Apple Wallet noch nicht unterstützt
Mit NeatPass kannst du ganz einfach jedes Ticket, jeden Pass oder jede Kundenkarte in Apple Wallet umwandeln.
Digitale Ausweise im Vergleich
Beide Plattformen bauen digitale Führerscheine und staatliche Ausweise aus, die demselben ISO-Standard für mobile Führerscheine folgen. Beide werden an einer wachsenden Zahl von TSA-Kontrollstellen akzeptiert. Stand Mitte 2026 unterstützt Apple Wallet Ausweise in mehr US-Bundesstaaten als Google Wallet; mit iOS 26 kam außerdem die Möglichkeit hinzu, aus einem US-Reisepass einen digitalen Ausweis zu erstellen.
Die Abdeckung nach Bundesstaat ändert sich auf beiden Seiten fast monatlich. Prüfe daher vor der Nutzung die offizielle Liste der teilnehmenden Staaten für deine Plattform. Nimm deinen physischen Ausweis weiterhin mit, denn digitale Ausweise werden noch nicht überall akzeptiert.
Beim Gerätewechsel: Pässe lassen sich nicht sauber übertragen
Weil die Passformate unterschiedlich sind, verläuft der Wechsel zwischen iPhone und Android nicht nahtlos. Google Wallet kann einige .pkpass-Dateien in einer Richtung importieren, Apple Wallet kann das Google-Passformat dagegen gar nicht lesen. Außerdem stellen viele Dienste Android-Nutzern von vornherein keine .pkpass-Datei bereit. Praktisch bedeutet ein Gerätewechsel, dass du die meisten Pässe manuell neu hinzufügen musst.
Wechsel von Android zum iPhone
Hinweis für Deutschland, Österreich und die Schweiz
In der DACH-Region sind zwei praktische Unterschiede wichtig: Apple Pay wird von fast allen Banken unterstützt, einschließlich aller Sparkassen und Volksbanken. Google Wallet funktioniert ebenfalls breit, unterstützt jedoch keine Girocard und muss auf dem Smartphone meist als Standard-App für NFC-Zahlungen eingestellt sein. Seit die EU Apple zur Öffnung des NFC-Zugangs verpflichtet hat, können auch Drittanbieter-Wallets wie PayPal in diesen Ländern kontaktloses Bezahlen auf dem iPhone anbieten.
Kunden- und Mitgliedskarten auf beiden Plattformen
Ein Problem lösen beide Plattformen allein nicht vollständig: kleine Kunden- oder Mitgliedskarten, für die das Geschäft keinen digitalen Pass entwickelt hat. Auf Android übernimmt das der allgemeine Pass-Ersteller. Auf dem iPhone erledigt das eine Scan-App; der daraus entstehende Wallet-Pass behält dieselben Barcodedaten und wird an der Kasse wie die Plastikkarte gescannt.
- Einheitliches, hochwertiges Passdesign
- Tiefe iOS-Integration: Live-Aktivitäten, Karten, Nachrichten
- Apple gibt an, keine Transaktionsdaten zu speichern
- Stand Mitte 2026 digitale Ausweise in mehr US-Bundesstaaten
- Fast jede Karte schon heute selbst hinzufügen
- Begleitende Website zum Anzeigen von Pässen
- Automatischer Import aus Gmail und Fotos
- Breite Unterstützung für Android-Geräte
Welche solltest du nutzen?
Wenn du bereits ein iPhone hast, ist Apple Wallet die natürliche Heimat für deine Pässe; eine Scan-App ergänzt die Karten, die Apple noch nicht unterstützt. Mit einem Android-Smartphone bekommst du den offenen Pass-Ersteller direkt mit Google Wallet. Wichtig ist vor allem: Deine Pässe hängen an deiner Plattform. Plane deshalb etwas manuelles Nachtragen ein, falls du später wechselst.
Einen tieferen Überblick darüber, was Apple Wallet alles aufnehmen kann, bietet die vollständige Apple-Wallet-Anleitung Sie behandelt Pässe, Ausweise, Schlüssel und die neuesten Funktionen. Beim Datenschutz vermeidet eine Scan-App, die offline arbeitet und deine Daten auf dem Gerät speichert, dass deine Kartendaten an ein weiteres Konto gesendet werden.
Häufige Fragen
Nicht unterstützte Karten in Apple Wallet speichern
LadenZwei Wallets, zwei Ökosysteme
Apple Wallet und Google Wallet lösen dasselbe Problem auf eine Weise, die zu ihrer jeweiligen Plattform passt. Google ist offener und lässt dich fast alles selbst hinzufügen. Apple setzt stärker auf kuratierte Pässe; eine Scan-App oder die kommende native Funktion schließt die Lücke bei Kundenkarten. Wähle die Wallet passend zu deinem Smartphone, und behalte im Blick, wie du deine Karten beim Wechsel mitnimmst.
